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Grüntee und Fischöl
Verfasst am: FTW @ 13.09.07 | 12:53  
Ein Interview mit Dr. Christopher Mohr
Von Chris Shugart
Übersetzt von bulkolly

Originalartikel auf: http://www.t-nation.com/readArticle.do?id=1635970&cr=

Wie viele andere Akademiker im Bereich der Ernährung und der Fitness hat auch Dr. Chris Mohr all die schicken Buchstaben hinter seinem Namen stehen. Und wie viele seiner Kollegen spricht auch er bei vielen großen Konferenzen und taucht auch in Fernsehshows als Experte auf. (Er war z.B. bei Montel Williams und beim Discovery Health Channel). Weiterhin hat er zu vielen Publikationen beigetragen, unter denen sich auch einige Bestseller befinden.

Was macht ihn so anders als all die anderen Akademiker da draußen? Nun, er ist ein Praktiker. Dieser Typ praktiziert all das was er predigt selbst und würde lieber unter einem Stapel schweren Eisens grunzen als dazustehen und eine Lehrstunde über den Krebszyklus zu halten. Das ist erfrischend und bedeutet gleichzeitig, dass er die notwendige praktische Erfahrung hat, die das angelesene Wissen ergänzt.

Ich hatte die Gelegenheit mich mit Dr. Mohr zusammen zu setzen und mit ihm über die besten Supplements, die Epidemie des Übergewichts und eine Anzahl anderer Themen zu diskutieren. Hier ist das Interview:

T-Nation: Wir hören immer wieder gerne, was euch akademische, Studien lesenden Typen an diesem Bereich reizt. Welche aufregenden Themen aus dem Bereich der Ernährung interessieren Sie zu Zeit am meisten?

Dr. Christopher Mohr: Auf dem Gebiet der Ernährung gibt es immer tonnenweise Neuigkeiten und das ist der Grund dafür, dass ich diesen Bereich so mag. Wenn man sich nur einen Tag zurücklehnt und es neue Untersuchungen gibt, dann hat man etwas verpasst. Ich liebe diese Diskussion um das Thema kohlenhydratreiche Ernährung contra kohlenhydratarme Ernährung – es ist wie ein Ping Pong Spiel in den unterschiedlichen wissenschaftlichen Magazinen und Laienveröffentlichungen.

Und Omega-3 Fettsäuren machen mich ganz enthusiastisch. Ja, das passiert wenn man einen Doktortitel hat: man wird von Fischöl erregt. Traurig aber wahr.

Das Timing der Nährstoffe ist definitive ein interessantes Thema. Wir kennen uns seit Ewigkeiten mit der Ernährung in der Regenerationsphase aus, doch Untersuchungen bezüglich der Nährstoffzufuhr vor und während des Trainings sind noch recht neu, auch wenn einige Eingeweihte diese Strategien bereits seit Jahren anwenden. Beides sind Gebiete, auf denen man sich täglich bezüglich der Forschung auf dem Laufenden halten muss, da man sonst einige wichtige Informationen verpassen könnte.

T-Nation: Was ist denn der neuste Stand bezüglich der Nährstoffzufuhr vor, während und nach dem Training? Gibt es irgendetwas cooles Neues?

Dr. Mohr: Eines der Probleme mit Protein in einer Kohlenhydratlösung ist der kreidige Nachgeschmack. Dies mag bei Kraftsportlern im Studio kein Thema sein, doch man sollte einmal versuchen zwei Stunden mit einem klebrigen Mud Rad zu fahren, wenn man sich scheinbar niemals rehydrieren kann.

Glücklicherweise gibt es eine große Menge von Daten, die daraufhin deuten, dass die essentiellen Aminosäuren alles sind, was wir während dieser Zeit wirklich brauchen und dass vollständiges Protein nicht notwendig ist. Dies könnte helfen diesen kreidigen Geschmack und den klebrigen Mund, der die Leistungsfähigkeit definitiv behindern kann, zu eliminieren oder zumindest zu reduzieren. Wie gesagt, ist dies kein so wichtiges Thema, wenn man Gewichte stemmt, auch wenn es in diesem Bereich Personen gibt, die dies stört.

Tipton und andere haben gezeigt, dass 35 Gramm einfacher Kohlenhydrate mit 6 Gramm essentiellen Aminosäuren alles sind, was für die Proteinsynthese benötigt wird. Diese Menge essentieller Aminosäuren ist in 15 – 20 Gramm Wheyprotein enthalten.

Einige andere coole Daten, die aus Großbritannien von einem der führenden Forscher auf dem Gebiet der Kohlenhydrate, Asker Jeukendrup, stammen zeigen, dass eine Kombination von Kohlenhydraten effektiver ist um die Menge der Kohlenhydrate, die man während des Training verbrennen kann, zu erhöhen. Das ist der Grund dafür, dass Gatorade und andere ähnliche Produkte auf dem Markt mehrere unterschiedliche Arten von Kohlenhydraten enthalten.

Wenn man in Pubmed nach „Jeukendrup“ sucht, dann wird man eine Tonne interessanter Daten finden. Und was all das noch interessanter macht, ist die Tatsache, dass er selbst ein hervorragender Ausdauersportler ist und nicht einfach nur ein weiterer Theoretiker.

T-Nation: Wie sieht es um Bereich Training aus? Gibt es hier neue Untersuchungen, die Sie Aufregend finden?

Dr. Mohr: Auch wenn ich mehr der „Ernährungstyp“ bin, habe ich über Trainingsphysiologie promoviert und trainiere selbst seit 15 Jahren mit Gewichten. Aus diesem Grund liebe ich es auch über Training zu reden.
Mir gefallen die Forschungsdaten über das Intervalltraining, die zurzeit auftauchen. Wie auch beim Timing der Nährstoffzufuhr sind Sportler auch in diesem Bereich der Wissenschaft oft um Lichtjahre voraus, doch das liegt in der Natur der Sache. Studien können nicht über Nacht durchgeführt werden, obwohl wir anekdotenhaft wissen, dass bestimmte Dinge funktionieren (oder auch nicht).

Ein Wissenschaftler der University of New South Wales in Australien hat mit gerade einige Forschungsdaten aus seinem Labor geschickt, die zeigen, dass Sprintintervalle den Fettabbau weit besser steigern als Ausdauertraining mit gleich bleibender Intensität. Springt mir jetzt nicht an den Hals und sagt „das wissen wir doch schon seit Ewigkeiten“, denn ob man es mag oder nicht, wir benötigen wissenschaftlich basierte Beweise um unsere Empfehlungen abzusichern.

Wie bereits erwähnt wussten Sportler dies bereits zuvor anekdotenhaft (man braucht sich nur den Körperbau von Sprintern ansehen), doch die wissenschaftlichen Untersuchungen auf diesem Gebiet waren bisher recht spärlich, wenn auch die Erkenntnisse zurzeit immer mehr zunehmen.

T-Nation: Was wird Ihrer Meinung nach die nächste “große Sache” im Bereich der Supplements sein?

Dr. Mohr: Der nächste große Durchbruch … das ist die eine Million Dollar Frage, nicht wahr? Meine Leser stellen mit von Zeit zu Zeit ähnliche Fragen, ob z.B. Produkt XYZ die nächste „magische Pille“ sein könnte.
Um ehrlich zu sein könnte dies eine langweilige Antwort sein, aber Omega-3 Fettsäuren sind meiner Meinung nach am interessantesten. Man fragt sich ständig, welchen Anwendungsbereich man als nächsten entdecken wird, für den Omega-3 Fettsäuren sinnvoll eingesetzt werden können. Hierbei geht es nicht nur um die Vorbeugung von Krankheiten. Es gibt coole Forschungsdaten bezüglich Fischöl und Gewichtsabbau, der Reduzierung von Nacken- und Rückenschmerzen, der Verbesserung der mentalen Schärfe usw.

Im Rahmen einer kürzlich im Magazin Surgical Neurology veröffentlichte Studie bekamen Probanden eine Supplementation bestehend aus 1100 mg EPA / DHA (die eigentlichen wirksamen Omega-3 Fettsäuren im Fischöl) verabreicht. Die meisten Probanden litten unter degenerativen Veränderungen der Bandscheiben (hierdurch können die Ergebnisse diese Studie auch auf Powerlifter oder andere Personen, die unter potentiellen Verletzungen durch übermäßige Trainingsbelastungen leiden, übertragen werden). Nach 75 Tagen der Behandlung mit Fischöl berichteten 60 % der Probanden von signifikanten Verbesserungen, zu denen auch eine Reduzierung der Schmerzen gehörte und 59 % waren dazu in der Lage ihre Schmerzmittel abzusetzen!

Für mich sind das wirklich coole Forschungsdaten. Natürlich ist die Leistungsfähigkeit etwas fantastisches, doch genauso wichtig ist die Fähigkeit sich im Alter von über 30 noch gut bewegen zu können.
Es dauerte lange, bis das Journal of the American Medical Association (JAMA) schließlich empfahl, dass Erwachsene ein Multivitaminprodukt einnehmen sollten. Ich habe das Gefühl, dass es bei Fischöl ähnlich aussehen wird. Natürlich liefert Fisch zusätzlich noch eine Tonne anderer Nährstoffe, die weit über eine Fischöl Supplementation hinausgehen, weshalb ich jedem nur empfehlen kann einen Teil seines Proteins in Form von Fisch wie zum Beispiel Lachs aus Alaska oder anderen Kaltwasserfischen zu konsumieren.

Da wir gerade von Wildlachs sprechen, ich habe vor kurzem ein neues Lieblingsprodukt gefunden: Salmon Jerky (getrockneter Lachs, ähnlich wie Beef Jerky). Dieser Snack stellt eine hervorragende Quelle für Protein und Omega-3 Fettsäuren dar – schluck das, Beef Jerky! Man sollte mich nicht falsch verstehen, ich liebe Beef Jerky, doch wenn ich woanders dasselbe Protein und Omega-3 Fettsäuren bekommen kann, dann bin ich sofort dabei.

Omega-3 Fettsäuren sind meiner Meinung das nächste „große Ding“ auf dem Supplementmarkt.

T-Nation: Wenn Sie nur ein Supplement wählen könnten, wäre dieses Supplement dann Fischöl?

Dr. Mohr: Sie versuchen mich in eine Ecke zu drängen, nicht wahr? Das erste Supplement wäre ein Multivitamin/Multimineral Präparat und das nächste wäre dann Fischöl. Ich sehe diese beiden Supplements als Basissupplements an, die meiner Meinung nach jeder zu sich nehmen sollte.

Man sollte sich natürlich mit dem Zusammenwirken von Medikamenten und Ernährung vertraut machen. Fischöl kann z.B. mit Medikamenten zur Blutverdünnung, Aspirin und anderen Thrombozytenaggregationshemmern interagieren. Es gibt so viele faszinierende Daten bezüglich der Wirkungen von Omega-3 Fettsäuren, wobei diese sehr wirkungsstark sind.

T-Nation: Wenn es um die Ernährung geht, dann wird viel darüber debattiert, welche Ernährungsform – sei dies eine fettarme Ernährung, eine kohlenhydratarme Ernährung oder was auch immer - die beste ist.

Dr. Mohr: Nun, man kann diese Debatte bis in alle Ewigkeit fortsetzen. Ich weiß, dass die Leute immer über die tausenden low Carb Studien reden, die zeigen, dass eine kohlenhydratarme Ernährung besser als eine fettarme Ernährung ist, doch da ich die Menschen immer dazu ermutige, ihre eigenen Untersuchungen anzustellen und zu forschen, gilt dies auch für dieses Thema. Wenn man eine Literaturrecherche über fettarme Ernährungsformen durchführt, dann wird man in der Tat eine Tonne weiterer Studien finden, welche die Effizienz dieser Ernährungsform auf lange Sicht unterstützen.

Wenn Leute über kohlenhydratarme Diäten reden, dann ist das erste, was sie klarstellen sollten, was kohlenhydratarm für sie überhaupt bedeutet. Viel zu oft höre ich von Leuten, dass sie eine kohlenhydratarme Diät einhalten, welche ihnen die Freiheit gibt sich von Peperoni, Speck, Wurst, Steak, Schweinekrusten usw. zu ernähren, so lange sie kein Obst, kein Gemüse und keine Getreideprodukte zu sich nehmen.

Es gibt einen Unterschied zwischen kohlenhydratarm und völliger Ignoranz. Und wenn man ein Sportler ist, der mehrere Stunden am Tag trainiert, dann benötigt man einen Teil seiner Kalorien in Form von Kohlenhydraten um gute Leistungen erbringen zu können.

Wenn wir uns Kohlenhydrate contra Fett für den Gewichtsabbau ansehen, sollten wir einige der zugehörigen Untersuchungen betrachten. Zuerst einmal ist für jede Diät zum Zecke des Gewichtsverlusts eine Reduzierung der Kalorienzufuhr notwendig, egal ob diese Reduktion nun Fett oder Kohlenhydrate betrifft. Mir ist klar, dass mit jeder dieser beiden Reduktionen gewisse Komplikationen in Verbindung stehen, und deshalb empfehle ich keine blinde Reduktion der Kalorien. Mir geht es mehr um die Qualität der Nährstoffe und ich würde eher empfehlen, dass man den Fokus auf eine nährstoffreiche Diät legen anstatt nach allem zu suchen, was auch im Entferntesten nach Kohlenhydraten aussieht und sich so zu verhalten, als ob es sich um Kryptonit handeln würde.

Es gibt sowohl Forschungsdaten, die einen kohlenhydratreduzierten Ansatz unterstützen, als auch Daten, die einen fettreduzierten Ansatz unterstützen. Dies bedeutet im Grunde, dass beides funktionieren kann – und es gibt Forschungsdaten, die dies unterstützen. Am wichtigsten ist jedoch (und dies konnte vor kurzem in einer Publikation im JAMA gezeigt werden), dass man sich auch an das entsprechende Programm hält. Es geht weniger um Kohlenhydrate oder Fett sondern mehr darum, dass man eine Plan befolgt – egal welchen.

T-Nation: Gab es da nicht vor kurzem eine Studie, welche de Überlegenheit von kohlenhydratarmen Diäten zeigte und über die in allen Medien berichtet wurde? Worum ging es dabei?

Dr. Mohr: Ja, diese Studie verglich vier Diäten: Atkins (kohlenhydratarm), Zone (moderate Kohlenhydratzufuhr), LEARN (ein auf der Nahrungspyramide basierender Ansatz) und Ornish (fettarm).
Während es anhand der abschließenden Ergebnisse so aussah, dass die Atkins Gruppe signifikant bessere Ergebnisse als die fettarme Gruppe erzielen konnte, war es interessant festzustellen, dass die Atkins Gruppen nicht wirklich eine klassische Atkins Diät einhielt! Am Ende der Studie (nach 12 Monaten) aß diese Gruppe 35 % der täglichen Kalorien in Form von Kohlenhydraten. Auf der anderen Seite konsumierte die Ornish Gruppe etwa 30 % ihrer Kalorien in Form von Fett, wogegen dieser Anteil laut Dr. Ornish bei etwa 10 % liegen sollte.

Wie kann jemand aus dieser Studie schlussfolgern, dass die Atkins Diät besser ist? Eine Diät, die 35 % der Kalorien in Form von Kohlenhydraten zuführt ist weit von einer Atkins Diät entfernt, wobei auch die vermeintliche Ornish Diät der Studie mit der eigentlichen Ornish Diät wenig zu tun hatte.
Und auch wenn die Gruppe mit der geringeren Kohlenhydratzufuhr bessere Fortschritte bezüglich des Gewichtsverlustes erzielte, betrug der gesamte Fettverlust am Ende des Jahres nur etwa 7 Pfund. Wenn man versuchen würde selbst Fett abzubauen oder mit einem Klienten, der dies möchte, zusammenarbeiten würde, wie lange würde man ein Programm einhalten, mit dem man gerade einmal etwas mehr als ein halbes Pfund Fett pro Monat verliert?

Es ist nicht einfach damit getan, dass man den Leuten sagt „hört auf damit Kohlenhydrate (oder Fett) zu essen.“ Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, den Leuten beizubringen, welche Verhaltensstrategien die Fortschritte verbessern können und dabei helfen können das einmal erreichte Gewicht auch zu halten.

T-Nation: Eine Veränderung des Verhaltens scheinen das Passwort für langfristige Resultate zu sein.

Dr. Mohr: Daran führt kein Weg vorbei. Eine Veränderung der Verhaltensmuster ist die wichtigste Komponente eines jeden Programms für den Fettabbau.

Bei einer früheren Studie, welche dieselben vier Diäten (wobei jedoch statt LEARN das Weight Watchers Programm verwendet wurde) verglich und die auch im JAMA veröffentlich worden war, fanden die Autoren heraus, dass nach einem Jahr Studiendauer 50 % der Probanden der Atkins und der Ornish Gruppe aus der Studie ausgestiegen waren. Es ist egal, ob man zu kohlenhydratarmen oder fettarmen Diäten tendiert, sowohl Atkins als auch Ornish sind extreme Diätformen, die man nur schwer für den Rest seines Lebens einhalten kann.

Man kann definitiv mit beiden Diätformen Fett verlieren, doch kann man diesen Fettverlust auch für den Rest seines Lebens beibehalten? Warum setzen so viele Leute Jahr für Jahr für Jahr dieselben 10 Pfund, die sie zuvor mit einer Diät verloren haben, wieder an? Die Autoren der Studie kamen zu der Schlussfolgerung, dass es egal ist, welche Diät man befolgt und dass es wichtiger ist, dass man sich auch an das gewählte Diätprogramm hält.

Und dies ist der jedem Diätplan zugrunde liegende Aspekt und der Grund dafür, dass Planung und Maßhalten so wichtig sind. Solange man sich nicht darauf vorbereitet in seiner Unterwäsche auf die Bühne gehen zu wollen ist es nicht notwendig jede Kalorie und jedes Gramm Nährstoff, das man seinem Körper zuführt, zu zählen. Wir sollten bei unserem Ansatz realistisch sein.

Ist stimme der Aussage zu, dass die meisten Menschen keine Tonnen an Kohlenhydraten brauchen, wenn sie nicht gerade Ausdauersportler sind und sehr viel Sport betreiben (dann benötigt man schon eine große Menge an Kohlenhydraten). Man sollte sich auf die Qualität der der Nahrungsmittel konzentrieren. Es wäre toll, wenn 80 – 90 % der täglich zugeführten Kohlenhydrate aus Obst und Gemüse stammen würden.
Es bringt mich regelrecht um, wenn ich Leute darüber reden höre die tägliche Menge an Obst zu reduzieren, da dieses „einen Insulinschub verursacht und fett macht“. Bitte zeigt mir eine Person, die dadurch fett geworden ist, dass er oder sie zu viel Obst oder Gemüse gegessen hat. Amerikaner essen nur zwei bis dreimal Obst oder Gemüse am Tag, was weit von dem liegt, was Ernährungsexperten empfehlen. All diese Verwirrung bezüglich der Ernährung kann Leute dazu bringen zu resignieren und einfach aufzugeben.

T-Nation: Zurück zum Thema Supplements. Ich habe Sie auf der ACSN Tagung sprechen gehört und sie hatten einige interessante Informationen über Hoodia, welches zurzeit das beliebteste Supplement für den Fettabbau auf dem Markt zu sein scheint – zumindest auf dem Hausfrauenmarkt. Warum ist es so beliebt und wirkt es wirklich?

Dr. Mohr: Hoodia ist interessant. Was ich jedoch am interessantesten finde ist die Tatsache, dass jemand, der sich mit diesem Kaktus aus der Wüste von Südafrika beschäftigt hat, zu der Schlussfolgerung kam, dass die Buschmänner dort dünn sind, da sie sich von diesem Kaktus ernähren und deshalb keinen Appetit haben – und plötzlich predigt Anna Nicole Smith die Wirksamkeit von Hoodia für Trim Spa.

Schauen wir uns die Fakten an. Hoodia wird als „Geheimnis“ einer Bevölkerungsgruppe verkauft, die niemals die Probleme erfahren hat, die Amerika nun zu lösen versucht. Auch wenn bestimmte Inhaltsstoffe von Hoodia eine appetithemmende Wirkung besitzen, reicht ein leicht reduzierter Appetit wohl kaum aus um Fettsucht zu heilen. Hierdurch wird keines der zugrunde liegenden Probleme angepackt, welche die Krankheit ursprünglich verursacht haben (diese gehen auf die Verhaltensthemen zurück, die ich bereits erwähnt habe).

Hier sind die Daten. Die Komponente des Hoodia Kaktus, die eine Appetit unterdrückende Wirkung besitzt, wird als P57 bezeichnet. Die Firma Pfizer hat daran gearbeitet ein Medikament zur Unterdrückung des Appetits zu entwickeln, welches diese P57 Komponente verwendet, doch dieses Vorhaben wurde bald darauf wieder aufgegeben, so dass wir uns auf Supplements verlassen müssen, die angeblich „reines Hoodiaextrakt“ enthalten.

Eine Untersuchung darüber, wie viel Hoodia wirklich in diesen Supplements enthalte ist, zeigte, dass nur sehr wenig (wenn überhaupt) Hoodia in den Produkten enthalten war, die den Anschein erwecken wollten, dass sie eine „wissenschaftlich solide, von der Forschung angeregte Formel“ enthielten.
Ich habe das Gefühl, dass die „Wissenschaftler“ vieler dieser Supplementfirmen keine Extrakte des Hoodia gordonii Kaktus aus Afrika importiere. Man sollte diese Supplements einfach dort lassen, wo sie sind: In den Regalen der Supplementhändler.

T-Nation: Wie sieht es mit der thermogenen Wirkung von Grünem Tee aus? Man hört sehr viel davon, doch müsste man nicht ein dutzend Tassen pro Tag trinken um eine milde Wirkung zu spüren?

Dr. Mohr: Dieses Thema ist etwas interessanter und es gibt echte wissenschaftliche Untersuchungen, welche dies unterstützen (wobei es jedoch auch einige Untersuchungen gibt, die diese Wirkungen widerlegen). Grünteeextrakt hat in letzter Zeit einen wahren Beliebtheitsschub erfahren und auch Grüner Tee als Getränk hat stark an Beliebtheit zugenommen. Grüner Tee ist nach Wasser das weltweit am häufigsten konsumierte Getränk.

Ohne jetzt den Wissenschaftler zu sehr heraushängen zu lassen, möchte ich die Fakten an dieser Stelle in Kürze wiedergeben. Bei dem speziellen Extrakt in Grünem Tee, welches für uns interessant ist, handelt es sich um Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG). EGCG ist eines von vier Katechinen, die in Grünem Tee vorkommen. Von diesen Katechinen scheint in Grünem Tee neben Koffein nur EGCG relevant zu sein. Koffein und EGCG scheinen bei dem Prozess, der für die Steigerung der Thermogenese verantwortlich ist, synergistisch zusammen zu wirken.

Grundsätzlich ist die normale hormonelle Antwort, welche eine Steigerung der Thermogenese bewirkt, nur sehr kurzlebig. EGCG und Koffein scheinen jedoch die Fähigkeit zu besitzen diese normalerweise flüchtige Wirkung zu verlängern. Einfach gesagt können wir wenn dies geschieht mehr Kalorien verbrennen. Das scheint fantastisch zu sein, oder?

Eine im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Studie zeigte, dass 270 mg EGCG im Vergleich mit Koffein und einem Placebo den Grundumsatz über einen Zeitraum von 24 Stunden signifikant erhöhen konnte. Doch nicht alle Untersuchungen sind vielversprechend. Eine neuere Studie zeigte keine erfolgversprechende Wirkung.
Im Rahmen dieser Studie wurde übergewichtigen Frauen in Verbindung mit einer kalorienreduzierten Diät entweder Grünteeextrakt (1125 mg Katechine) & Koffein (300 mg) oder ein Placebo verabreicht. Die Autoren konnten bei den beiden Gruppen keinen signifikanten Unterschied bezüglich Fettmasse und fettfreier Körpermasse feststellen.

Die Autoren kamen zu der Schlussfolgerung, dass eine Behandlung mit Grünteeextrakt über einen längeren Zeitraum im Vergleich zu einem Placebo keine signifikante Wirkung besitzt. Wie schon gesagt, kann man (innerhalb bestimmter Grenzen) für alles unterstützende oder widerlegende Studien finden.

Sehr interessant finde ich die Tatsache, dass es für Grünen Tee als Getränk eine Tonne unterstützende Untersuchungen gibt. In der Tat steht Tee im Allgemeinen als Getränk mit einem geringeren Körpergewicht und einem niedrigeren Körperfettanteil in Beziehung.

Hinweis: Kräuter- und Früchtetee besitzen nicht dieselben Vorzüge. Diese können nur durch weißen, grünen und schwarzen Tee erreicht werden.

T-Nation: Gut zu wissen. Mich fasziniert die Tatsache, dass wir heute zutage mehr darüber wissen, wie man Fett verlieren kann und sich gesund ernährt als je zuvor und die Bevölkerung trotzdem immer fetter und fetter wird. Warum ist das so? Und was wäre de Lösung für das Problem?

Dr. Mohr: Unglücklicherweise ist es nicht einfach nur auf eine Sache zu deuten. Hier ist eine Liste, die jedoch auch nur an der Oberfläche des Problems kratzt:

1. Viele Amerikaner zigen keinerlei Verantwortlichkeit für sich und ihre Aktionen und erwarten, dass ihnen alles vorgesetzt wird. Niemand hat ein Anrecht auf irgendetwas, wir alle müssen jeden Tag dafür arbeiten unsere Ziele zu erreichen und erfolgreich zu sein.
2. Reduzierte körperliche Aktivitäten in Laufe der letzten Jahre da die meisten Menschen einen bewegungsarmen Beruf ausüben. Selbst diejenigen, die jeden Tag 60 Minuten im Fitnessstudio verbringen, sind die restlichen 23 Stunden des Tages körperlich inaktiv.
3. Eine steigende Anzahl verfügbarer Kalorien, die auf täglicher Basis konsumiert werden können.
4. Wir essen öfters auswärts in Restaurants als früher.
5. Wir nehmen uns keine Zeit mehr für uns selbst.
6. Wir planen unsere Mahlzeiten nicht im Voraus.
7. Ein steigender Konsum von Fast Food.
8. Der Verzehr größerer Portionen.
9. Wir verlassen uns immer mehr auf Fast Food und konzentrieren uns immer weniger auf echte, vollständige Lebensmittel
10. Wir essen zu wenig Obst und Gemüse.
11. Wir essen zu wenige Ballaststoffe.

Ich könnte diese Liste noch beliebig lang fortsetzen. Ich habe mit Absicht nichts über den Verzehr einer sehe kohlenhydratreichen oder sehr fettreichen Ernährung gesagt. Das Thema ist viel komplexer und es gibt zu viele andere zugrunde liegende Probleme die wichtig sind.
Wenn Diäten erfolgreich wären, dann gäbe es nicht so viele. Es geht mehr um einfache Veränderungen und nicht um eine drastische „Generalüberholung“ der Ernährung, die das Leben mehr oder weniger auf den Kopf stellt.

T-Nation: Vergessen wir an dieser Stelle einmal den Durchschnittsbürger. Was ist mit denjenigen, die Schichten pulsierender Muskeln aufbauen wollen? Wie solle man die Nahrungszufuhr steigern ohne später in der Übergewichtsstatistik aufzutauchen?

Dr. Mohr: Von einem ehemaligen fetten Jungen zum anderen, Chris, dies ist definitive etwas, was ich selbst versucht habe herauszufinden. Es ist nicht einfach damit getan alles herunter zu schlingen, was nicht am Tisch festgenagelt ist, wenn man nicht mit mehr Rollen als der Michelin Mann enden möchte.

Es bedarf eines methodischen Ansatzes für Ernährung und Training. Natürlich gehe ich davon aus, dass man richtig trainiert und ausreichend Erholung und Ruhe bekommt. Dann bestimme ich den Kalorienbedarf und erhöhe die Kalorienzufuhr um 500 Kalorien über dem Bedarf um einen Aufbau von Muskelmasse zu ermöglichen.

Ich würde eher mit einer geringen Erhöhung der Kalorienzufuhr beginnen und die Kalorienmenge bei Bedarf weiter erhöhen anstatt die allgemeine Empfehlung auszusprechen von Anfang an tausende Kalorien über den Bedarf hinaus zuzuführen und die Zufuhr dann zu reduzieren, wenn man feststellt, dass der aufgeblähte Bauch nicht aus Muskeln besteht.
Ich sage auch nicht, dass man mit der Einnahme von Supplements beginnen soll. Deren Verwendung kann man in Betracht ziehen wenn Ernährung und Training in Ordnung sind. Leider nehmen zu viele Leute eine endlos lange Liste an Supplements ein und wundern sich, warum sie nicht aufbauen, während sie sich jedoch gleichzeitig überhaupt nicht um ihre Ernährung kümmern.

Am Anfang sollte man sich auf die Grundlagen beschränken. Die zusätzlichen Kalorien sollten in Form einer ausgewogenen Nährstoffzufuhr konsumiert werden – etwas Vollkorngetreide, mageres Protein und gesunde Fette. Es ist sehr einfach zusätzliche 500 Kalorien zu sich zu nehmen. Es reicht schon aus eine Handvoll rohe Mandeln oder Walnüsse und etwas Obst mit fettfreiem Joghurt zu mischen.

Und dies ist auch der Grund dafür, dass es so leicht ist, das Ganze zu übertreiben: 500 Kalorien sind nicht viel. Wenn man innerhalb von zwei Wochen keine geringfügigen Veränderungen feststellen kann, dann sollte man in kleinen Schritten weitere Kalorien zuführen. Genauso wie ein Gewichtsverlust nicht über Nacht stattfinden sollte, sollte dies auch bei einer Zunahme an Körpergewicht nicht der Fall sein. Wenn man langsam und gleichmäßig aufbaut führt dies zu besseren und nachhaltigeren Resultaten, die auch auf längere Sicht aufrechterhalten werden können.

T-Nation: Gute Informationen, wo kann man mehr über Sie und ihre Dienstleistungen erfahren?

Dr. Mohr: Auf meiner Website, www.MohrResults.com, kann man mehr über mich erfahren. Informationen zu meiner Software zur Planung von Mahlzeiten finden sich auf folgender Website www.mealplans101.com.
T-Nation: Cool, danke für dieses Gespräch.


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